by Anastasia

Immer lauter werden die Stimmen, die fordern in Verbindung mit dem Umweltschutz den Schutz des Tierwohls zu verbessern. Doch hat eine Verbesserung des Tierwohls auch wirklich den gewünschten Effekt auf den Umweltschutz ? 

Das Tierwohl leidet deutlich unter der heutzutage weiterverbreiteten Massentierhaltung. Im Jahr 2019 starben um die 763 Millionen Tiere (vgl. Quellen). Ein Schwein kann normalerweise zwischen acht bis zehn Jahre alt werden, ein Mastschwein in Massentierhaltung wird nur sieben Monate alt (vgl. Quellen).Ein weiteres Beispiel für die negativen Auswirkungen der Massentierhaltung auf das Tierwohl ist das Schreddern der männlichen Küken. Bei der „Produktion“ von Legehennen werden die männlichen Kücken, die als nutzlos angesehen werden, getötet, indem sie geschreddert werden. Allein 2019 wurden auf diese Weise rund 45,3 Millionen Küken getötet (vgl. Quellen). Würde man die Massentierhaltung reduzieren oder abschaffen, gäbe es zwar weniger Eier jedoch könnten die männlichen Küken auch weiterhin leben.

Hat jedoch die Reduzierung bzw. Abschaffung von Massentierhaltung auch einen Effekt auf den Umweltschutz ?

Die Landwirtschaft trägt mit 7% zur Gesamtemission in Deutschland bei (vgl. Quellen) und die Hälfte davon entsteht durch die Nutztierhaltung (vgl. Quellen). Der größte Teil macht die Haltung von Rindern und auch insbesondere Milchkühen aus. Rinder und Milchkühe stoßen aufgrund ihres Verdauungssystems Methan aus. Milchkühe brauchen am meisten Futter und stoßen somit am meisten Methan aus, denn eine deutsche Kuh soll pro Jahr 7000-12000 Liter Milch produzieren. Ein weiteres Treibhausgas, das durch die Haltung von Nutztieren entsteht, ist Lachgas. Lachgas entsteht mit Methan zusammen bei der Lagerung von Tiermist und Gülle.

Doch wie schädlich sind Methan- und Lachglas im Vergleich zu beispielsweise Kohlenstoffdioxid ?

Kohlenstoffdioxid hat eine Lebensdauer von bis zu 1000 Jahren und selbst nach 1000 Jahren sind noch 15-40 % von Restbeständen in der Atmosphäre. Methan hat dagegen durchschnittlich eine kürzere Lebenszeit von 12,4 Jahren, ist jedoch 25 mal so wirksam wie Kohlenstoffdioxid. Lachgas hingegen lebt 121 Jahre und ist sogar 298 mal so wirksam wie Kohlenstoffdioxid (vgl. Quellen).

Des Weiteren wird für das Füttern der Tiere in Massentierhaltung Soja verwendet. Es ist allgemein bekannt, dass mit dem Sojaanbau die Abholzung des Regenwaldes verbunden ist. 70-75 % des importierten Sojas wird für die industrielle Tierhaltung gebraucht (vgl. Quellen).Somit ist es evident, dass die Massentierhaltung sowohl schädlich für das Tierwohl als auch für die Umwelt ist.

Was kann man jedoch nun tun, um die Umwelt und das Tierwohl zu schützen ?

Gänzlich auf Fleisch zu verzichten, kann nicht die Lösung sein, denn in Fleisch stecken viele wichtige Nährstoffe für die Menschen. Jedoch würde es helfen, wenn jeder Haushalt versuchen würde, nur noch ein bis zwei Mal pro Woche Fleisch zu essen. Auch der Milchkonsum ist für die Menschen aufgrund der darin enthaltenen Laktose wichtig. Jedoch gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, statt ständig zur Milch zu greifen. So gibt es zum Beispiel Hafermilch oder Sojamilch. Beide Milchersatz Sorten enthalten wichtige Nährstoffe und sind in der Produktion umweltfreundlicher als die Milch. Bei der alternativen Mandelmilch muss man jedoch aufpassen, da die Produktion zwar einen geringen Kohlenstoffdioxidausstoß hat, dafür jedoch einen hohen Wasserverbrauch.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Abschaffung oder allein schon die Reduzierung von Massentierhaltung das Tierwohl deutlich steigern würde und gleichzeitig auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten könnte.