by Eckhard

Seit Anbeginn der Pandemie erleben wir in Deutschland einen regelrechten Bauboom. Viele Haushalte denken über die Anschaffung eines Eigenheimes nach. Im Bundesdurschnitt sind 42,1 % der Bürger in den eigenen vier Wänden und rund 57,0 % in Mietshäusern wohnhaft. 

Dabei steht Deutschland europaweit weit hinten in der Skala der Ländern mit den meisten Wohnungseigentümern, an erster Stelle Spanien, gefolgt durch Frankreich. Gegenwärtig erleben wir einen Trend, dass immer mehr Familien darüber nachdenken, aus den städtischen Ballungsgebieten zu entfliehen und aufs Land bzw. an den Stadtrand zu ziehen und sich den Wunsch nach dem Eigenheim erfüllen möchten. Der Entschluss ist oft schnell gefasst, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Innenstadtbereiche nicht immer den Anreiz geben, aufgrund der engen Wohnverhältnissen und dichten Besiedlung ein zufriedenstellendes Arbeits- und Familienleben in Einklang zu bringen.

Vordergründig steht der potentielle Käufer vor der Entscheidung, welche Art der Immobilie er sich zulegen möchte. Entweder entscheidet sich der Bürger für eine Neubau-Immobilie auf der grünen Wiese, weiter für eine gebrauchte noch gut erhaltene Immobilie oder auch für eine Altbauimmobilie mit entsprechendem Charme. Grundsätzlich ist noch zu entscheiden, ob sich die Immobilie in Stadtrandnähe - was nicht preisgünstig ist - oder auf dem Land in einem gewachsenen Ort, direkt im Ortskern oder am Ortsrand realisieren lässt.

An dieser Stelle soll eine Immobilie z. B. älteres Wohnhaus mit Renovierungsstau betrachtet werden. Der Erwerb kann in der ersten Betrachtung als günstig angesehen werden, jedoch bedarf es ein besonderes Augenmerk auf den Gesamtzustand der Immobilie. Sofern das nötige Fachwissen nicht vorhanden ist, empfiehlt es sich, sich einer fachkundigen Beratung zu ziehen, um im Nachhinein keine bösen Überraschungen zu erleben.

Es wird leider des Öfteren beobachtet, dass im Zuge des ersten Eindruckes und der aufgrund des günstigen Kaufpreises verursachten Euphorie sich die künftigen Eigentümer völlig verrennen. Bei einer älteren Bestandsimmobilie sind sehr umfangreiche Kriterien zu berücksichtigen wie z. B. von außen betrachtet: Wie ist der Witterungsschütz? Der Zustand des Daches, der Fassade, der vorhandenen Fenster sowie des Außenbereichs, der Zugänge und Abstellmöglichkeiten.

Was den Innenbereich angeht, sind wichtige Aspekte wie der räumliche Zuschnitt, die Geschoß-Höhen und -ebenen (Etagen), die Zugänge (Treppenhäuser), Wandbeschaffenheit und Deckenzustände unter die Lupe zu nehmen. Weiteres Augenmerk sollte unbedingt auf die Haustechnik, wie Elektro-, Heizung- Sanitärinstallation Frischwasser/ Abwasser. Oft wird vom Immobilienerwerber die notwendigen Sanierungen in Folge eines Renovierungsstaus völlig unterschätzt, das gilt sowohl für den zeitlichen als auch finanziellen Aufwand.

Auch sollte unbedingt die tatsächliche fachliche Kompetenz des neuen Eigentümers in Bezug auf die zu erbringenden Eigenleistungen sehr kritisch betrachtet werden. Denn für die Selbstverwirklichung im Zuge der Renovierung einer älteren Immobilie bedarf es tatsächlich an handwerklichen Kenntnissen und Fähigkeiten. Hinzu kommen selbstverständlich auch die nötigen Kenntnisse zu den Baumaterialen und natürlich auch das dazu gehörige Werkzeug. Denn es ist in der Regel ausgeschlossen, dass ein Kaufinteresse alle Gewerke vom Maurer, Putzer, Dachdecker, Schreiner, Elektriker, Heizungs- und Sanitärmonteur beherrscht und auch für diese Gewerke über das nötige Handwerkszeug verfügt. Das sollte sich jeder Kaufinteresse wirklich bewusst sein und in die Waagschale mit einlegen. Da diese Gewerke sehr komplex sind, empfehle ich jedem Kaufinteresse unbedingt vor Kaufabschluss sich über diese Gegebenheiten intern und auch extern beraten zu lassen zur Vermeidung später auf ihn zukommenden Überraschungen. Denn jede Immobilie hält so ihre Eigenarten und Besonderheiten bereit. Es treten bei den Renovierungsmaßnahmen ständig unvorhergesehene Umstände ein, die zu bewältigen sind. Wer es nichtbeherzigt, kann schnell die Freude an den eigenen vier Wänden verlieren.